Mehr Strom als erwartet

Offshore-Windpark Riffgat besteht den Probelauf guten Noten

Am 10. August 2014 feierte der Windpark Riffgat seinen ersten Geburtstag nach Inbetriebnahme

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Quelle: EWE

Oldenburg. Eigentlich hätte der erste kommerzielle Windpark Riffgat in deutschen Gewässern am 10. August 2013 ans Netz gehen können, doch die 30 Windturbinen liefern erst seit 2014 tatsächlich Strom. Noch streiten sich Windparkbetreiber EWE Offshore Service & Solutions GmbH und Netzanbieter TenneT darüber, wer Schuld an dieser Verzögerung hat.

Doch die Bilanz des neuen Windparks fällt bereits nach einem halben Jahr positiv aus. Das regionale Energieunternehmen EWE (Oldenburg) ist zufrieden darüber, dass allein bis Juni 2014 bereits 140 Mio. Kilowattstunden aus dem Park gewonnen werden konnten. Diese Strommenge deckt den Bedarf von rund 40.000 Haushalten und liegt deutlich über den ursprünglichen Erwartungen. 

 

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Neue Nachbarn im Windpark

Warum Robben Offshore-Windparks lieben

 

Bislang haben Naturschützer den Zubau von Offshore-Windparks recht kritisch gesehen. Doch Robben und Fische haben sich erstaunlich schnell auf die neuen Jagdgebiete eingestellt – und nutzen sie gerne.

Quelle:  Naturschule

Kegelrobben lieben Windparks

Helgoland. Bislang galten Tierschützer und Windparkbetreiber als natürliche Gegner. Die Naturschützer befürchteten durch die große Zahl von Windparks negative Auswirkungen auf die Meeresbiologie in Nord- und Ostsee. Ihr Argument war, dass die Offshore-Windparks die Lebensräume von Fischen und Säugetieren zerstören würden. Die neueste Forschung beweist hingegen das Gegenteil. Robben und Fische lieben die Windparks, weil sie sich hierhin ungestört zurückziehen können und reichlich Nahrung finden.

In Windpark-Gebieten darf nicht gefischt werden. Außerdem gibt es hier keinen Durchgangsverkehr von großen Frachtschiffen. Dies führt dazu, dass sich Windparks zu Rückzugsgebieten für bestimmte Tierarten entwickeln, die diese gerne annehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Biologin Deborah Russel von der St. Andrews-University in Schottland. Ihre Forschungen haben ergeben, dass Ozean-Infrastrukturen wie Pipelines und Turmfundamenten wie künstliche Riffe wirken und verstärkt von Kleintieren, Muscheln und Krebsen besiedelt werden. Dies macht sie bei Robben und Seehunden beliebt, die diese neuen Jagdgebiete gezielt nach Futter absuchen.

Die Wissenschaftler haben Seehunde und Kegelrobben mit GPS-Sendern versehen und ihre Bewegungen sowohl im deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus vor Helgoland, sowie am britischen Windpark Sheringham Shoal verfolgt. Dabei wurde deutlich, dass die Robben systematisch in Netzmustern durch die Windparks streifen, und die einzelnen Fundamente der Offshore-Anlagen gezielt der Reihe nach anschwimmen um nach Beute zu suchen.

Quelle: Helgoland

3000 Helgoland Hummer wurden im Frühjahr 2014 im Windpark Riffgat ausgesetzt

Zum gleichen Ergebnis kommt auch die ökologische Begleitforschung des Fraunhofer Instituts mit dem Projekt „Research at alpha ventus“ (Rave). Die Biologen haben ebenfalls diagnostizieren können, dass die Besiedlung der Gründungskonstruktionen mit Muscheln und Algen von Fischen und Robben gezielt als Jagdrevier genutzt wird. Nach diesen positiven Erfahrungen wird einer der ersten deutschen Offshore-Windparks nun nicht mehr allein zur Gewinnung von Strom genutzt, sondern auch als Zuchtrevier für Helgoland Hummer. Im Windpark Riffgat wurden vier Turmfundamenten mit 3.000 Hummern besiedelt. Die Bestände des Helgoland Hummers gelten seit dem Zweiten Weltkrieg als stark reduziert. Sie könnten jedoch durch die neuen Windparks wieder deutlich zunehmen. 

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Neuer Schub für Offshore-Parks nach Verabschiedung des EEG

SAm 1. August trat die umstrittene EEG-Novelle in Kraft. Für viele Unternehmen und Netzbetreiber war dies der Startschuss, längst geplante Projekte wieder aus der Schublade zu holen und endlich in Angriff zu nehmen.

Quelle: Vattenfall

Hamburg. Die Windparks und mit ihnen das Angebot an Strom aus Erneuerbaren Energien wächst schneller, als das Netz und der Markt derzeit verkraften können. Aus diesem Grund hatte die Bundesregierung die ursprünglichen Planungen zum Ausbau der Offshore-Energie zunächst in Frage gestellt. Die unklaren Investitionsbedingungen haben daraufhin viele Unternehmen verunsichert und dazu veranlasst, ihre Projekte zu pausieren und erst einmal abzuwarten.

Nun hat sich die Bundesregierung mit der EEG-Novelle verbindlich festgelegt. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 6,5 Gigawatt Leistung im Meer installiert werden. Mit dem Gesetz wurden auch die Vergütung des Stroms und die Anbindung an das Stromnetz geregelt.

Schleswig-Holstein ist zufrieden mit der Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). Der Energieminister des Bundeslandes Robert Habeck (Grüne) ist davon überzeugt, dass die Energiewende im Norden ungehindert weiter voranschreiten kann. „Schleswig-Holstein will seinen Stromverbrauch bis Mitte des nächsten Jahrzehnts rechnerisch zu 300 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken“, sagt Habeck. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Schleswig-Holstein dreimal soviel Erneuerbare Energie erzeugen will, als es selbst benötigt.

Der Boom an neuen Aufträgen und Projekten, der nun einsetzt zeigt, wie sehr die Industrie auf die Veröffentlichung der Novelle gewartet hat. Als erstes haben Vattenfall und die Stadtwerke München ihren Plan des Offshore-Windparks „Sandbank“ auf „go“ gesetzt. 90 Kilometer westlich von Sylt soll ab Sommer 2015 ein neuer Windpark mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro entstehen.

Sandbank“ liegt in enger Nachbarschaft zu „DanTysk“, dem zweiten großen Windpark des Joint-Ventures vor Sylt. DanTysk soll mit 80 Windturbinen im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Im Windpark „Sandbank“ sollen 72 Anlagen errichtet werden. Mit der erwarteten Strommenge können rund 400.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Auch EnBW hat nach Inkrafttreten der EEG-Novelle seine Projektpläne für zwei neue Windparks in der Nordsee wieder aus der Schublade geholt. Die Entscheidung zur Investition in 80 Windturbinen im EnBW-Windpark „Hohe See“ soll 2016 fallen. Der Karlsruher Energiekonzern hatte die Projektplanung 2012 auf Eis gelegt, weil die Rahmenbedingungen für die staatliche Förderung aus dem EEG zu unsicher wurden und sie Verzögerungen beim Anschluss an das Stromnetz befürchteten. Auch das Nachfolgeprojekt „He Dreiht“ ist wieder aktuell. Insgesamt will EnBW mehr als 3 Milliarden Euro in die Windparks investieren. Beide Windparks liegen rund 80 Kilometer vor Borkum und 100 Kilometer westlich von Helgoland.

Den Stern ziehen: Der Spezialkran hat den Rotor mit den 45 m langen Rotorblättern an die Gondel montiert.

Quelle: EnBW

 

Gegenwärtig wird der Windpark „Baltic 2“ nördlich von Sassnitz in der Ostsee fertiggestellt. Hier kommen 80 mittelgroße Anlagen mit einer Leistung von 288 MW, die ab 2015 Energie liefern sollen. Zusätzlich will der Konzern seine Offshore-Zentrale im Hamburger Chile-Haus weiter ausbauen. Hier sollen alle Windkraft-Aktivitäten des Konzerns konzentriert werden.

Bei soviel Engagement will auch RWE Innogy nicht hintenan bleiben. Hier steht die Investitonsentscheidung für das größte deutsche Windparkprojekt in den Startlöchern. RWE Innogy plant vor Juist einen Windpark mit 162 Turbinen, die zusammen eine Leistung von 1 GW erreichen.

Das Engagement der großen Konzerne lässt erwarten, dass es in naher Zukunft wieder deutlich mehr Arbeitsplätze in der Windenergie und Offshore-Branche geben wird.

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Halbjahresstatistik zur Windenergie 2014 in Deutschland

Soviel Windenergie war noch nie. Die Deutsche WindGuard veröffentlichte im Juli 2014 gemeinsam mit den Verbänden BWE und VDMA Power Systems in Berlin die aktuellen Daten zum Windenergieausbau in Deutschland.

Anemometer Windenergieanlage Vereisung

Quelle: ife-emden

 Berlin. In den ersten sechs Monaten des Jahres 2014 wurden in Deutschland 650 Windenergieanlagen an Land zugebaut, so das Ergebnis der Halbjahresstatistik 2014. Insgesamt haben die installierten, neuen Maschinen eine Leistung von mehr 1.700 MW. Durch den Zubau stieg die an Land installierte Gesamtleistung auf 35 GW. Damit liefern die installierten Windturbinen an Land die Leistung von rund fünf Atomkraftwerken.

Die meisten Windenergieanlagen wurden in Schleswig-Holstein gebaut. Hier wurden rund 443 MW installiert. Auf Platz 2 liegt Niedersachsen mit rund 190 MW. Brandenburg liegt mit rund 189 MW auf Platz 3. Insgesamt wurde in den drei Norddeutschen Bundesländern genau so viel Leistung installiert, wie im restlichen Bundesgebiet.

Auch der Ausbau auf See schreitet weiter voran. Im 1. Halbjahr 2014 lieferten 30 Offshore-Windenergieanlagen eine Gesamtleistung von 108 MW erstmals ins Netz. Am 30 Juni 2014 waren rund 146 Windenergieanlagen am Netz. Sie liefern eine Leistung von knapp 630 MW. Der Ausbau wird zügig weiter gehen. Am 30.6.2014 waren 199 weiteren Offshore-Windenergieanlagen errichtet, die innerhalb der nächsten Monate ans Netz gehen werden. Darüber hinaus sind bereits 312 Fundamente für die Errichtung weiterer Anlagen vorbereitet. Wenn diese Anlagen fertig sind, werden sie eine Leistung von 3,3 GW liefern. Die Bundesregierung plant einen Ausbau von 6,5 GW bis 2020. Dazu müssen rund 650 weitere Anlagen in den nächsten Jahren errichtet werden.

Die komplette Studie zum Status der Windenergie sowie hochauflösende Grafiken zum Download finden Sie hier.

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