Neue Nachbarn im Windpark

Warum Robben Offshore-Windparks lieben

 

Bislang haben Naturschützer den Zubau von Offshore-Windparks recht kritisch gesehen. Doch Robben und Fische haben sich erstaunlich schnell auf die neuen Jagdgebiete eingestellt – und nutzen sie gerne.

Quelle:  Naturschule

Kegelrobben lieben Windparks

Helgoland. Bislang galten Tierschützer und Windparkbetreiber als natürliche Gegner. Die Naturschützer befürchteten durch die große Zahl von Windparks negative Auswirkungen auf die Meeresbiologie in Nord- und Ostsee. Ihr Argument war, dass die Offshore-Windparks die Lebensräume von Fischen und Säugetieren zerstören würden. Die neueste Forschung beweist hingegen das Gegenteil. Robben und Fische lieben die Windparks, weil sie sich hierhin ungestört zurückziehen können und reichlich Nahrung finden.

In Windpark-Gebieten darf nicht gefischt werden. Außerdem gibt es hier keinen Durchgangsverkehr von großen Frachtschiffen. Dies führt dazu, dass sich Windparks zu Rückzugsgebieten für bestimmte Tierarten entwickeln, die diese gerne annehmen. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Biologin Deborah Russel von der St. Andrews-University in Schottland. Ihre Forschungen haben ergeben, dass Ozean-Infrastrukturen wie Pipelines und Turmfundamenten wie künstliche Riffe wirken und verstärkt von Kleintieren, Muscheln und Krebsen besiedelt werden. Dies macht sie bei Robben und Seehunden beliebt, die diese neuen Jagdgebiete gezielt nach Futter absuchen.

Die Wissenschaftler haben Seehunde und Kegelrobben mit GPS-Sendern versehen und ihre Bewegungen sowohl im deutschen Offshore-Windpark Alpha Ventus vor Helgoland, sowie am britischen Windpark Sheringham Shoal verfolgt. Dabei wurde deutlich, dass die Robben systematisch in Netzmustern durch die Windparks streifen, und die einzelnen Fundamente der Offshore-Anlagen gezielt der Reihe nach anschwimmen um nach Beute zu suchen.

Quelle: Helgoland

3000 Helgoland Hummer wurden im Frühjahr 2014 im Windpark Riffgat ausgesetzt

Zum gleichen Ergebnis kommt auch die ökologische Begleitforschung des Fraunhofer Instituts mit dem Projekt „Research at alpha ventus“ (Rave). Die Biologen haben ebenfalls diagnostizieren können, dass die Besiedlung der Gründungskonstruktionen mit Muscheln und Algen von Fischen und Robben gezielt als Jagdrevier genutzt wird. Nach diesen positiven Erfahrungen wird einer der ersten deutschen Offshore-Windparks nun nicht mehr allein zur Gewinnung von Strom genutzt, sondern auch als Zuchtrevier für Helgoland Hummer. Im Windpark Riffgat wurden vier Turmfundamenten mit 3.000 Hummern besiedelt. Die Bestände des Helgoland Hummers gelten seit dem Zweiten Weltkrieg als stark reduziert. Sie könnten jedoch durch die neuen Windparks wieder deutlich zunehmen. 

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