Neuer Schub für Offshore-Parks nach Verabschiedung des EEG

SAm 1. August trat die umstrittene EEG-Novelle in Kraft. Für viele Unternehmen und Netzbetreiber war dies der Startschuss, längst geplante Projekte wieder aus der Schublade zu holen und endlich in Angriff zu nehmen.

Quelle: Vattenfall

Hamburg. Die Windparks und mit ihnen das Angebot an Strom aus Erneuerbaren Energien wächst schneller, als das Netz und der Markt derzeit verkraften können. Aus diesem Grund hatte die Bundesregierung die ursprünglichen Planungen zum Ausbau der Offshore-Energie zunächst in Frage gestellt. Die unklaren Investitionsbedingungen haben daraufhin viele Unternehmen verunsichert und dazu veranlasst, ihre Projekte zu pausieren und erst einmal abzuwarten.

Nun hat sich die Bundesregierung mit der EEG-Novelle verbindlich festgelegt. Bis zum Jahr 2020 sollen insgesamt 6,5 Gigawatt Leistung im Meer installiert werden. Mit dem Gesetz wurden auch die Vergütung des Stroms und die Anbindung an das Stromnetz geregelt.

Schleswig-Holstein ist zufrieden mit der Reform des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG). Der Energieminister des Bundeslandes Robert Habeck (Grüne) ist davon überzeugt, dass die Energiewende im Norden ungehindert weiter voranschreiten kann. „Schleswig-Holstein will seinen Stromverbrauch bis Mitte des nächsten Jahrzehnts rechnerisch zu 300 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken“, sagt Habeck. In der Konsequenz bedeutet dies, dass Schleswig-Holstein dreimal soviel Erneuerbare Energie erzeugen will, als es selbst benötigt.

Der Boom an neuen Aufträgen und Projekten, der nun einsetzt zeigt, wie sehr die Industrie auf die Veröffentlichung der Novelle gewartet hat. Als erstes haben Vattenfall und die Stadtwerke München ihren Plan des Offshore-Windparks „Sandbank“ auf „go“ gesetzt. 90 Kilometer westlich von Sylt soll ab Sommer 2015 ein neuer Windpark mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro entstehen.

Sandbank“ liegt in enger Nachbarschaft zu „DanTysk“, dem zweiten großen Windpark des Joint-Ventures vor Sylt. DanTysk soll mit 80 Windturbinen im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Im Windpark „Sandbank“ sollen 72 Anlagen errichtet werden. Mit der erwarteten Strommenge können rund 400.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Auch EnBW hat nach Inkrafttreten der EEG-Novelle seine Projektpläne für zwei neue Windparks in der Nordsee wieder aus der Schublade geholt. Die Entscheidung zur Investition in 80 Windturbinen im EnBW-Windpark „Hohe See“ soll 2016 fallen. Der Karlsruher Energiekonzern hatte die Projektplanung 2012 auf Eis gelegt, weil die Rahmenbedingungen für die staatliche Förderung aus dem EEG zu unsicher wurden und sie Verzögerungen beim Anschluss an das Stromnetz befürchteten. Auch das Nachfolgeprojekt „He Dreiht“ ist wieder aktuell. Insgesamt will EnBW mehr als 3 Milliarden Euro in die Windparks investieren. Beide Windparks liegen rund 80 Kilometer vor Borkum und 100 Kilometer westlich von Helgoland.

Den Stern ziehen: Der Spezialkran hat den Rotor mit den 45 m langen Rotorblättern an die Gondel montiert.

Quelle: EnBW

 

Gegenwärtig wird der Windpark „Baltic 2“ nördlich von Sassnitz in der Ostsee fertiggestellt. Hier kommen 80 mittelgroße Anlagen mit einer Leistung von 288 MW, die ab 2015 Energie liefern sollen. Zusätzlich will der Konzern seine Offshore-Zentrale im Hamburger Chile-Haus weiter ausbauen. Hier sollen alle Windkraft-Aktivitäten des Konzerns konzentriert werden.

Bei soviel Engagement will auch RWE Innogy nicht hintenan bleiben. Hier steht die Investitonsentscheidung für das größte deutsche Windparkprojekt in den Startlöchern. RWE Innogy plant vor Juist einen Windpark mit 162 Turbinen, die zusammen eine Leistung von 1 GW erreichen.

Das Engagement der großen Konzerne lässt erwarten, dass es in naher Zukunft wieder deutlich mehr Arbeitsplätze in der Windenergie und Offshore-Branche geben wird.

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